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Ich habe ein schlechtes Gewissen, sozusagen ein Faulpelzgewissen. Den ganzen Tag habe ich getrödelt und nur wenig produktiv gefüllt. Jetzt ist er fast vorbei und das Faulpelzgewissen zwickt. Es scheint zu sagen „Mann Mann Mann, du kannst ja aber auch gar nix. Noch nicht mal das, was du gut hättest heute schaffen können. So wird das doch nichts mit dir.“
Ich grummele und rufe frustriert meine Mutter an, ablenken und den Kopf streicheln lassen. Sie sagt so etwas wie „Auch der beste Sportler der Welt muss mal faulenzen“. Ich grummele immer noch, unzufrieden mit meiner unsportlichen Leistung und sage zu ihr „Und was ist, wenn ich morgen wieder trödele? Das ist doch ätzend!“ Und meine kluge Frau Mama: „Dann tust du morgen eben erstmal so, als wärst du ein fleißiges Bienchen. Musst ja nix machen, nur so tun, also ob…“. Mein Gesicht erhellt sich, welch´ geniale Idee! So machen wir´s – ich werde so tun. HAHA! Das Faulpelzgewissen austricksen!
So kommt nun Ihre Wochenaufgabe diese Woche von meiner Mutter:
In welchen Dingen plagt Sie in schlechtes Gewissen? Sollten Sie eigentlich mehr Sport machen? Öfter mit Freunden telefonieren? Mehr arbeiten? Häufiger gesund essen?
Das ist die Aufgabe: Tun Sie so als ob. Tun Sie einfach einen Tag lang so, als würden Sie ausreichend Sport machen, gesund essen, mehr arbeiten, häufiger Freunde anrufen. Um so zu tun, nehmen Sie eine passende Körperhaltung ein, spüren Sie in sich hinein zum richtigen Gefühl, was Sie dabei hätten. Spazieren Sie so durch die Gegend und tun Sie so als ob.
Mal schauen, wie lange es dauert, bis Sie ins wirkliche TUN starten. Bei mir war es am nächsten Morgen soweit.
Herzliche Grüße
Ihre Beatrix Schmiedel
Es ist Samstag, schönster Sonnenschein und ich habe einen Film im Kühlschrank, den ich mit meiner altmodisch analogen Kamera heute endlich ausprobieren kann. Ich marschiere also los, in Richtung meines als geeignet empfundenen Zieles, einem Park mit einer alten Festungsanlage in der Mitte, nicht weit von unserem Zuhause.
Im Park liegen ein paar Menschen auf ihren Picknickdecken, ein Vater spielt Ball mit seinen Kindern, ein knutschendes Pärchen. Vogelgezwitscher, das Sonnenlicht wirft Muster durch die Blätter der Bäume auf das Gras.
Anders als sonst gehe ich nicht geradewegs zum Tor der Festung, sondern nehme einen kleinen Abzweig, der durch ein Tälchen führt und stehe plötzlich vor einem offenen Tor in einer alten Steinmauer. Dahinter führt ein Weg den Hügel wieder hinauf. Ich sehe mich um – kein Mensch da – und beschließe, meiner Neugier zu folgen. Was kann schon passieren?
Hinter dem Tor, nur wenige Minuten vom Zuhause entfernt, den Hügel hinauf, stehe ich plötzlich im Rosengarten von Köln. Ich bin verblüfft. Gepflegte Rasenflächen, geharkte Wege, duftende Rosenbüsche. Wege unter Pergolen, Parkbänke. Hier und da sind die Bänke besetzt, Menschen lesen, unterhalten sich gedämpft, meine Schritte knirschen auf dem Kies.
Wie kann es sein, dass ich auch in mehreren Jahren diesen Ort nicht gefunden habe? Blind daran vorbeigelaufen bin, ohne auch nur zu ahnen, dass es den Garten gibt. Und mein nächster Gedanke: Wie oft habe ich schon einen bekannten Weg zum Ziel genommen und vielleicht eine größere Erkenntnis verpasst?
Nichts einfacher, als daraus Ihre Wochenaufgabe zu machen!
Nehmen Sie in der kommenden Woche einfach mal einen anderen Weg. Fahren Sie anders als sonst zur Arbeit. Kaufen Sie in einem anderen Markt ein. Und nutzen Sie bisher nur wenig genutzte Wege der Kommunikation – Telefon statt Mail zum Beispiel. Es gibt extrem viel zu entdecken – vor unserer Nase! Seien Sie neugierig!
herzliche Grüße
Ihre Beatrix Schmiedel
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Bildquelle: www.toertchentoertchen.de |
Direkt um die Ecke von meinem Schreibtisch gibt es einen Laden, nein – eine Manufaktur, wo Törtchen hergestellt und verkauft werden. Und nicht irgendwelche Törtchen, sondern die einzig wahren Überraschungstörtchen-Seelentröstertörtchen-Schlechtwettertörtchen-Leckerleckertörtchen. Ich kann dort nicht vorbeigehen, ohne etwas zu kaufen. Eine kleine Schwäche muss ja schließlich sein.
Der Chefpatissier hat ein so unerschöpfliches Talent für Törtchen, er kann die Zutaten so kombinieren und immer wieder neue Ideen entwickeln, dass man von jetzt an dick und glücklich in einer Cremewolke liegen und Törtchen essen möchte, was der Gummibund hergibt.
Und Talent ist heute mein Stichwort für Ihre Wochenaufgabe – sie ist lecker!
Kaufen Sie sich ein Törtchen aus der besten Bäckerei oder Patisserie der Stadt*. Kaufen Sie ruhig eins für einen Freund oder Ihre bessere Hälfte dazu. Dann kochen Sie sich eine schöne Tasse Tee oder Kaffee und setzen sich allein oder gemeinsam mit Freund oder Partner sowie ihren Törtchen an Ihren Lieblingsplatz. Und jetzt kommt´s: mit jedem Bissen, den Sie essen, nennen Sie eines Ihrer Talente. Nicht schummeln – normale Bissen nehmen und nichts doppelt nennen. Dabei unterstützen kann Sie die Formulierung: „Ich kann (schon immer) besonders gut…“
Wenn Ihnen nichts mehr einfällt, verschenken Sie den Rest des Törtchens an Ihren Partner. Ich bin sicher, das Törtchen ist schneller aufgegessen, als Ihnen lieb ist, so viel wird Ihnen einfallen. Dann können Sie ja mit Tee- oder Kaffeeschlückchen weitermachen. Oder Sie kaufen sich noch ein Törtchen.
Ich wünsche Ihnen eine leckere Woche!
herzliche Grüße
Ihre Beatrix Schmiedel
*ps: Die besagte Patisserie in Köln? Schauen Sie in den Bildquellenlink!
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Bildquelle: www.schilderwald.blog.de |
Jeden Morgen, wenn ich mit dem Fahrrad losfahre, nutze ich eine Einbahnstraße zur Abkürzung – klar, entgegen der vorgegebenen Richtung und ohne Fahrradfreigabe. An manchen Tagen biegt genau dann immer derselbe Autofahrer um die Ecke, fuchtelnd und fluchend. Mein Reaktionsspektrum besteht dann aus blödem Kopfschütteln und weggucken, Schulterzucken oder vom Rad abspringen und auf den Fußweg ausweichen. Je nach Tagesform. Die ersten beiden – das ignorante Kopfschütteln und mein Schulterzucken – lassen mein Gewissen laut werden: „Ganz schön frech von Dir – du hast schließlich die Regel verletzt und willst jetzt noch dem anderen die Schuld zuschieben – pfui!“
Als Ausgleich bin ich dann auf den folgenden 5 Kilometern ausnehmend freundlich. Lächele gegen mein Gewissen und den inneren Polizisten an. Wenn andere mir entgegenkommen (Auf meiner Seite!) – ich lächle, obwohl mein Polizist die Kelle hebt: „Eh – andere Seite benutzen!“.
Ich weiß ganz genau, dass - nähme ich den Rechthabe-Kampf mit meinem Gewissen auf - ich keine Chance hätte und der Tag im Eimer wäre. Das gute Karma dahin und weitere Stolperfallen folgen würden, bis ich am Ende des Tages zerschlagen von schlechter Laune und provoziertem Streit ins Bett falle. Und diese Einbahnstraße mag ich nicht nehmen. Nicht mehr.
In diesem Sinne gibt es eine neue Wochenaufgabe für Sie:
Entlarven Sie diese Woche Ihre Einbahnstraßen. Achten Sie mal ganz genau darauf, wann Sie in ein Verhalten gehen, dass Ihnen mehr schadet als nutzt und das Sie gefangen hält in einem negativen Gefühl.
Oft hat solch ein Verhalten mit unbedingtem Recht behalten oder Recht bekommen zu tun. Und dann – mitten in diesem Verhalten und Gefühl – fragen Sie sich: „Will ich mir jetzt gerade wirklich den Tag versauen?“
Treffen Sie bewusst Ihre Entscheidung für oder gegen einen Kampf. So lernen Sie, wichtige von unwichtigen Kämpfen zu unterscheiden.
Dann wird aus einer Einbahnstraße plötzlich eine mehrspurige Autobahn in beide Richtungen.
Fahrradfahrende herzliche Grüße
Ihre Beatrix Schmiedel
Wenn die Ferien begonnen haben, es in den Straßen und den öffentlichen Verkehrsmitteln leiser wird, dann merken wir, dass wir unsere Ferien vermissen. Mit 24, 28 oder vielleicht auch 30 Tagen Urlaub im Jahr lässt sich das „große-Ferien-Gefühl“ nicht zurück holen.
Deshalb diese Woche nur ganz kurz: Nehmen Sie sich einen Kalender für die nächsten 6 Wochen und schaufeln Sie sich Zeit frei für Ihre Ferien. Mal einen Nachmittag ins Schwimmbad, eine Radtour am Samstag oder einen Kurzurlaub von Freitag bis Sonntag. Dazu viel Eis, viel Luft und ein neues Sommerkleid. Tragen Sie all Ihre Ferienunternehmungen in Ihren Kalender ein – und ziehen Sie sie durch.
Am Ende des Sommers werden Sie erfüllt sein von Ferienerlebnissen. Wie früher.
Ferienfroh und herzlich
Ihre Beatrix Schmiedel
Morgen beginnen mit der Zeugnisausgabe die großen Ferien und ich weiß noch, was es für ein Gefühl war. Der letzte Schultag begann anders als alle anderen, er war heller, in der Luft lag Befreiung und riesige Vorfreude auf acht Wochen voller Möglichkeiten.
Die ersten beiden Unterrichtsstunden wurden von den Lehrern mit Spielen und Spaßaufgaben verkürzt und dann, gegen 11 Uhr war es soweit. Ernste Miene – die Zeugnisse, es konnte gar nicht schnell genug gehen und die Ermahnungen der Lehrerin erreichten so manches Ohr nur im Halbdusel des schon den Bauch kitzelnden Ferienanfangs. Er war zum Greifen nah…und dann DA!! Tür auf, Lärm, Geschrei, der hitzeflirrende Schulhof staubte unter unseren rennenden Kinderfüßen, der Ranzen ganz leicht. FEEERIEN!!
Alles, was es jetzt noch zu tun gab, war das Zeugnis zu zeigen. Erst bei Omi und Opi, die für jede Eins und jede Zwei das Taschengeld aufbesserten und bei einer Vier mahnend brummelten. Dann zu Haus das gleiche Spiel, nur mit dem Einwand „Aber Opi hat gesagt, die Vier in Mathe macht nix…“.
Ab diesem Moment waren die Ferien da, der Ranzen unter den Schreibtisch in die hinterste Ecke gestopft (alte Frühstücks-
brötchen nicht vergessen!) und ich sprang in meinen Feriendress, den ich so schnell nicht wieder ausziehen würde.
Und heute?
Heute geht der Ferienanfang an uns vorbei, wir sind erwachsen und sechs oder acht Wochen Urlaub – wo gibt es das schon?
Ich schenke Ihnen heute Ferien, sogar mit Zeugnis. Hier ist Ihre Wochenaufgabe:
Schnappen Sie sich Zettel und Stift und schreiben Sie diese „Schulfächer“ untereinander:
Empathie
Konfliktfähigkeit
Selbstlosigkeit
Lebensfreude
Freundschaftspflege
persönliche Weiterentwicklung
Zielerreichung/Durchhaltevermögen
Vorurteilsfreiheit und Nachsicht
Lächelnd-durchs-Leben-gehen
Schauen Sie nun auf das vergangene Schuljahr seit September 2009 zurück und geben Sie sich in diesen Fächern Schulnoten von 1 bis 6. Für die ganz mutigen: lassen Sie sich von Freunden, Kollegen oder Verwandten benoten.
In welchem Fach bekommen Sie gute, in welchem anderen vielleicht weniger gute Noten? Benötigen Sie in einem der Fächer Nachhilfe? Wer könnte Ihr Lehrer, Vorbild, Helfer sein? Nehmen Sie sich davon etwas vor!
Ferienfroh und herzlich
Ihre Beatrix Schmiedel
Es gibt diesen schönen Werbespot eines Katzenfutterherstellers, in dem taucht kein Mensch auf. Stattdessen sehen wir eine Katze, wie sie streunt, schnuppert, frisst, spielt. Und aus dem Off sagt der Sprecher „Ein Leben ist zum spielen da, ein Leben ist für die Liebe, ein Leben für´s nach-Hause-kommen…“
Diese Woche in aller Kürze: Wofür wären Ihre sieben Leben da? Nehmen Sie sich sieben Karten und schreiben sie immer auf eine, wofür dieses eine der sieben Leben sein soll. Legen Sie die sieben Karten übereinander, denn Sie haben ja nur ein Leben.
Und dann beantworten Sie diese Frage nur für sich, aber ganz ehrlich: Erfüllen sich die sieben Lebensinhalte in Ihrem Leben?
Je nachdem, wie die Antwort ausfällt, nutzen Sie den nächsten Tag, um einen bisher weniger oder gar nicht erfüllten Inhalt auszufüllen.
Herzlich, Ihre
Beatrix Schmiedel
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Bildquelle: www.tz-online.de |
Der Klang der Vuvuzelas ist in den letzten Wochen seit Beginn der Fußballweltmeisterschaft unser ständiger Begleiter geworden. Und ein nerviger noch dazu. Aber es ist der Sound der WM. Und so eine Vuvuzela verhindert vielleicht ja auch ganz viel. Schiefe Fangesänge zum Beispiel. Oder dass man sich mit seinem Nachbarn auf der Tribüne anfängt zu streiten, welches das bessere Team ist. Und der Klang der Vuvuzela ist der Klang der tiefen Bewegtheit und des Beifalls in einem guten Spiel, des Unmuts und Protestes in einem schlechten.
Und weil sie mit bis zu 120 Dezibel das Gehört schädigt, ist Lärmen mit der Vuvu hierzulande beim Public Viewing verboten. Das ist auch gut so.
Aber mal von der Vuvu abgesehen, sind wir doch beständig dem Lärm anderer ausgesetzt. Und wie oft greifen wir selbst zu Lärm, um einem Gefühl Ausdruck zu verleihen. Man brüllt herum im Streit, jubelt laut vor Freude, die Stimme schrillt beim schimpfen und quiekt beim Lachen mit Bauchwackeln. Manch einer singt schief und laut bei Liedern mit, ein anderer röhrt herum im Disput mit seinen Nachbarn wegen der lärmenden Waschmaschine.
Wie geht es Ihnen mit dem Lärm anderer Menschen? Stört er Sie überhaupt nicht, denn es gilt für Sie Lärmen und Lärmen lassen? Oder wünschen Sie sich manchmal weniger Lärm? Vielleicht aber auch einfach nur besseren Lärm, melodischeren, schöneren (was an ganz neuer Bedeutung gewinnt, wenn der Nachbar ausgiebig den frühen Werken von Britney Spears frönt)?
Deshalb ist die heutige Wochenaufgabe wieder eine Beobachtungsaufgabe:
Schauen Sie mal, wann Sie zu Ihrer inneren Vuvuzela greifen, d.h. welchen Lärm Sie verursachen. Und damit meine ich „Gefühlsausbruchslärm“, die normalen Lebensgeräusche gelten nicht. Schreien Sie öfter mal herum? Dann versuchen Sie, den nächsten Anlass in ruhigem Ton zu anzugehen. Äußere Ruhe trägt viel zu innerer Ruhe bei. Schalten Sie Ihre innere Vuvuzela ab.
Herzlich, Ihre
Beatrix Schmiedel
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Bildquelle: www.spiegel.de |
„So sehen Sieger aus…schalalalala…so sehen Sieger aus…schaaalalalalala…“
Vor kurzem waren wir mal wieder zu Gast bei Freunden, denen, die Wilma besitzen. Sie wissen schon – Wilma, meine Hundeherausforderung in klarer Kommunikation.
Und während alle selig das erste 4:0 unserer Mannschaft bei der Fußball-WM feierten, schaute ich Wilma an und sang leise „Wilma...wir holen uns die Meisterschaft“. Ihr Blick war abwesend. Dann drehte sie sich um und ging. Ich sang ihr hinterher…keine Reaktion…ich war wohl kein Sieger in ihren Augen, sonst wäre sie doch geblieben. Naja.
Fangesänge kennen Sie aus dem Fernsehen und aus den umliegenden Kneipen, vom Public Viewing und aus tausenden Kehlen im Stadion, meistens schief gebrüllt.
Die Nationalmannschaft steht in diesen Wochen für uns alle und egal ob Fußballfan oder nicht, irgendwann reißt es jeden mit. Wir wollen alle erfolgreich sein und sehen an unserer Mannschaft, dass es trotz widriger Umstände, ausgefallener Spieler und unerwarteter Ergebnisse immer auch noch Hoffnung und Euphorie gibt. Das ist es, was Fans antreibt.
Und Ihre Wochenaufgabe? Hier ist sie:
Schauen Sie auf sich, denn ich habe zuerst eine Frage, ganz ehrlich: sind Sie schon mal nach einem erfolgreichen Termin rausmarschiert und haben innerlich schief gebrüllt “So sehen Siiiiieger aus schalalalala…?“ In welchen Momenten spüren Sie Hoffnung und Euphorie, auch wenn vorher viel schiefgelaufen ist?
Nehmen Sie sich ein kleines Kärtchen und schreiben Sie auf, wann Sie selbst ihr größter Fan sind. Und das kleine Kärtchen stecken Sie gut sichtbar an den Spiegel, die Wohnungstür, den Monitor etc.. Und immer, wenn ihr Blick darauf fällt, sind Sie ab jetzt ihr größter Fan, und für mindestens 10 Sekunden singen Sie dann ihren inneren Fangesang nur für sich.
„So sehen Sieger aus…schalalalala…so sehen Sieger aus…schaaalalalalala…“
Herzlich, Ihre
Beatrix Schmiedel
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Bildquelle: www.ballone.com |
Über unserem Haus schwebt ein bunt bedruckter Ballon, versehen mit dem überdimensional großen Logo einer Versicherung. Regungslos hält er sich in der Luft. Welche Strecke er zurücklegt, merkt man erst, wenn man ein, zwei Minuten nicht hinschaut. Als er aus meinem Blickfeld verschwunden ist, stehe ich von meiner Gartenbank auf und gehe ins Arbeitszimmer – schon längst sollten hier ein paar Dinge ausgemistet werden.
Ich öffne den ersten Schrank und hole tief Luft. Verwunderung macht sich breit – Was zum Teufel ist das alles? Sieben Zeitschriftensammler mit einer Fotografiezeitschrift, 10 Jahre alt. Ohne diesen Gedankenanstoß hätte ich mich wohl nie wieder daran erinnert, dass ich einst Abonnentin des Magazins war.
Ich entrümpele mit vollen Armen, stopfe die Papiertonne voll, fülle einen Korb mit Geschenken für andere und einen Umzugskarton mit Büchern für die Stadtbibliothek, schmeiße raus. Niese, hole mir im Entrümpelungswahn einen blauen Fleck am Arm und mit jedem Bisschen, das verschwindet, wächst das Gefühl von Luft und Freiheit.
Und am nächsten Tag im Büro ging es übrigens gleich weiter, das Gefühl trug mich noch. Ich kündigte also Abonnements von Zeitschriften, die ich nicht mehr las. Mitgliedschaften, deren Zeit zu Ende ging. Und gleich den ganzen Mietvertrag.
Als ich einem Kollegen davon erzählte, sagte er „Bea, kann es sein, dass sich gerade ganz viel wandelt bei Dir?“ Meine Antwort konnte nur ein großes, zufriedenes „JA!“ sein.
In der altmodischen Luftfahrt ist es so wie oft im Leben – erst wenn man Ballast abwirft, kann man aufsteigen und nichts, aber auch gar nichts kann uns dabei versichern, dass der Aufstieg ohne Blessuren, Bauchkribbeln oder Atemnot von statten gehen wird. Und man weiß mit so einem Ballon auch nie so richtig, wo man landen wird. Aber der Ausblick von oben ist fantastisch!
Hier ist also Ihre Wochenaufgabe: Nehmen Sie einen Zettel und einen Stift und legen Sie das Blatt im Querformat vor sich. Schreiben Sie links untereinander mindestens fünf Dinge auf, die Sie derzeit als Ballast in Ihrem Leben erleben und von denen Sie möchten, dass sie sich ändern.
Ganz rechts schreiben Sie auf, wie jedes dieser fünf Dinge sein soll, damit es besser ist. Seien Sie dabei ganz konkret, beschreiben Sie ganz genau, WIE es sein soll, wie es sich anfühlt.
Den Platz in der Mitte füllen Sie mit dem ersten, klitzekleinen Schritt, der notwendig ist für die Veränderung. Und diesen Schritt gehen Sie in den nächsten 48 Stunden!
Herzlich, Ihre
Beatrix Schmiedel
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Bildquelle: www.typemuseum.at |
„Buff…Buff...Buff…Buff“. Durch den Nebel des Aufwachens dringt ein Geräusch zu mir, begleitet von einem lauten, hohen Motorengeräusch und einem gleichmäßigen Quietschen. Wo bin ich? Was ist los? Wie spät? Wer…? Fasse mir an den Kopf und ziehe mein Kissen drüber.
Zum Zeitpunkt dieser Erfahrung bin ich ungefähr 16 Jahre alt. Es ist Sonntagmorgens, am Vorabend ist es in der Disco spät geworden. Zu spät für eine 16jährige und vor allem zu spät für die jetzige Tageszeit. 09:16 Uhr melden die roten Leuchtbuchstaben meines Weckers. Und so wie fast immer nach der Disconacht startet der Sonntagmorgen mit einem herrlichen Knatsch: Ich bin genervt, meine Eltern sind genervt – und das tragen wir jetzt schön auf der nonverbalen Ebene aus, schauen uns nicht an, schnaufen, schütteln den Kopf, trampeln durchs Haus. Alles, was verbal geschieht, wird schnell laut, beide Seiten reden aneinander vorbei. Miese Laune.
Übertragen auf das Heute gibt es viele solcher Situationen immer noch, in Beziehungen, Freundschaften, Teams. Das verschwiegene Wort hat eine immens hohe Macht, weil es – wird es mit Kraft zurück gehalten – sich auf der Verhaltensebene Luft macht. Das heisst, sprechen wir nicht über das, was uns verärgert, wird sich recht schnell unser Verhalten ändern. Dann sind wir plötzlich einsilbig, pampig oder bringen dem anderen keinen Kaffee mehr mit. Keine der beiden Seiten kann sich erklären, der Wind wird immer eisiger.
Ich weiß, es ist nicht schön, aber denken Sie mal an den letzten Konflikt, den Sie unausgetragen gelassen haben. Was ist dann passiert? Hat er sich von selbst gelöst? Wenn ja – prima! Wenn nicht – wo stehen Sie damit heute?
Ihre Wochenaufgabe ist heute eine Beobachtungsaufgabe: Beobachten Sie in der kommenden Woche, wie Sie sich verhalten, wenn Sie etwas an anderen nervt und was dann passiert. Schauen Sie einfach, ob und wie Sie auf verbaler (aussprechen) oder nonverbaler (Verhalten) Ebene reagieren und was das Resultat davon ist.
Viel Spaß!
PS: Wenn Sie wissen oder erraten, welches Geräusch sich im ersten Absatz verbirgt, dann mailen Sie mir. Alle richtigen Einsendungen bekommen ein sinnLICHT*, das Tütenlicht für schöne und sinnhafte Abende auf Terrasse, Balkon oder im Garten.
Herzlich, Ihre
Beatrix Schmiedel
Der Montag ist der meistgehasste Tag von allen, sagte mir heute jemand. Alle würden griesgrämig durch die Gegend laufen und das Wochenende sei weitestmöglich entfernt. Und gesehen – nein, gesehen würde man heute nicht.
Welche Person haben Sie heute gesehen? Ich meine: Wer hat es heute in Ihr Gehirn geschafft und womit? War es die Oberfläche – Oh, welch´ schöne Schuhe! – oder ein intelligenter Ausspruch? Hat Ihnen vielleicht jemand geholfen oder etwas Schönes verkauft?
Apropos geholfen. Wie ist es eigentlich, wenn sich jemand bei Ihnen für Hilfe in einer Sache bedankt? Ich sage dann oft sowas blödes wie „Och, nicht dafür!“ oder „Das war doch kein Problem!“. Und würde doch meinem dankbaren Gegenüber die größere Freude bereiten, sagte ich „Danke, es freut mich, dass ich Dir helfen konnte!“
Der Ausdruck hinter dem Dank ist die Wichtigkeit und das Gesehen werden, welches der andere erfährt. Stattdessen sprechen wir von „kein PROBLEM“ und verneinen unsere Leistung, machen Sie klein und weniger wichtig. Das enttäuscht oft auch den anderen, der sich ja mit seinem Dank zu uns annähert und uns sieht.
Die Wochenaufgabe wäre zu einfach, ginge es nur um wertschätzendes Bedanken, dachte ich gerade bei mir. Nein – ich werde Sie vor die größere Herausforderung stellen!
Hier ist sie, Ihre Aufgabe für diese Woche: Fügen Sie das Sehen und die Dankbarkeit zusammen. Bedanken Sie sich mit einem Satz, der etwas von Ihnen als Person zeigt (Schulz von Thun spricht so schön von der Selbstoffenbarung) und sehen Sie die Person, bei der Sie sich bedanken, wirklich an. Nehmen Sie ihre Reaktion wahr und lassen Sie nicht zu, dass Ihr Helfer sein Tun klein macht. Sagen und zeigen Sie diese Woche Ihre Freude über den Dank und über die Wichtigkeit der Hilfe, die Sie erfahren.
Und Lächeln nicht vergessen!
Herzlich, Ihre
Beatrix Schmiedel
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Die Pfingsttage habe ich mit meiner Familie verbracht und wie es so ist, an langen Tagen mit Menschen, die man nicht allzu oft sieht, irgendwann betrachtet man die Runde und sagt sich „Das sind sie also, die Leute, denen ich mein ICH verdanke“. Naja, nicht das ganze ICH, aber zumindest die Grundlagen. Und dann sieht man seine Nase am Onkel, sein Lachen bei Mama und die eigene Vorliebe für scharf Gegrilltes beim 14 Jahre alten Familienhund.
Vielmehr aber erlebe ich immer wieder, wie sich im Laufe der Jahre genau die Werte, gegen die ich als Kind und Jugendliche rebelliert habe, zurückschleichen ins ICH. Ich sehe sie mit neuen Augen. Verzichte auf Diskussionen, des Familienfriedens willen – ich will ja zusammenhalten als Familie.
Ich weiß noch, wie blöd ich die Ansage meiner Oma fand, bodenständig zu denken und den Kopf aus den Wolken nehmen zu sollen – mit 14 und einer Boygroup als Schwarmziel undenkbar. Oder wie ich es ungeheuer wichtig fand, mich immer alleine wehren zu können – verbal versteht sich – statt mir helfen zu lassen. Und wie oft ich damit auf die Nase gefallen bin. Coolness war das oberste Gebot, dazugehören wollen zur beliebtesten Clique auf dem Schulhof. Einige Jahre lang habe ich mir ein ICH gewünscht und gelebt, welches ich nicht war. Welchem Teenager geht es nicht so?
Heute habe ich mir eine ganz besondere Wochenaufgabe für Sie überlegt:
Es geht um Ihre Werte und von wem Sie sie bekommen haben. Nehmen Sie ein Blatt Papier und einen Stift. Zeichnen Sie ganz frei nach Gefühl ein Gebirge und versehen Sie dann die Gipfel mit den Namen der Personen in Ihrem Leben, von denen Sie glauben oder wissen, dass diese Ihnen etwas mitgegeben haben. Und was das ist, schreiben Sie unter die Namen.
Schauen Sie sich einfach mal an, welche Werte Sie geschenkt bekommen haben und markieren Sie die fünf, acht oder zehn, welche heute für Sie immer noch wichtig und gut sind.
Heute ganz WERTvoll, Ihre
Beatrix Schmiedel
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Erinnern Sie sich noch an Stummfilme, Dick und Doof zum Beispiel? Laufen hinein in ein Zimmer, treten in einen Topf mit Mehl – puff! – ein schwarzer Bildschirm mit filigraner Umrandung ruft „OHWEH!“ Beim Umdrehen gehts wieder rein in den Mehltopf, Dick und Doof stehen in einer Wolke. Die Umstehenden schlagen sich vor Lachen auf die Schenkel, brüllen tonlos.
So ähnlich, nur im wahren Leben, passierte es mir. In eine geschäftliche E-Mail hatte sich ein peinlicher Fehler eingeschlichen und der Angeschriebene stellte in seiner Antwort völlig zu Recht meine Glaubwürdigkeit in Frage. Ich reagierte prompt, gab den unangenehmen Fehler zu und trat ohne es zu merken beim Umdrehen nochmal rein in den Mehltopf. Ich benutzte in meiner Erklärung ein Wort, welches mich noch tiefer reinreißen würde ins Schlamassel, weil es das Geschehene noch weniger plausibel machte. Das fiel mir allerdings erst am nächsten Tag auf. Der schwarze Bildschirm mit filigraner Umrandung brüllt laut „BEATRIX SCHMIEDEL IST EIN TROTTEL!!!“
Ich zog mir bei schönstem Sonnenschein das Sofakissen über den Kopf und hoffte leise, dass sich bitte JETZT SOFORT der Boden auftun und mich verschlingen würde. Etwas so peinliches – oberpeinliches – superpeinliches - MENSCHLICHES…nicht auszudenken…warum immer ich?
Ja – Menschen machen Fehler, und das aus den verschiedensten Gründen. Aus Unaufmerksamkeit, aus Angst, an schlechten Tagen und manchmal auch, weil sie nicht glauben, dass ihnen das je passieren würde.
Fehler sind nicht erwünscht, sie zeigen unsere Schwäche und eben Fehlbarkeit. Stattdessen wollen wir lieber perfekt scheinen und ein Bild abgeben, das wir vermutlich nicht halten können. Zumindest nicht 24 Stunden am Tag. Dick und Doof haben uns das doch vorgemacht!
Als meine Wuttränen getrocknet waren, erntete ich ein schallendes Lachen und die Aussage „Das ist mal wieder typisch Schmiedel, so ein Fehler!“ Und ich musste auch ein bisschen lachen.
Ihre Wochenaufgabe ist eigentlich sehr einfach:
Geben Sie diese Woche jemandem eine zweite Chance. Egal, ob dem Unternehmen mit der fehlerhaften Lieferung, der mürrischen Verkäuferin oder dem unfreundlichen Anrufer. Seien Sie nachsichtig mit Schwächen und Fehlern diese Woche. Bei sich und bei anderen.
Herzlich, Ihre
Beatrix Schmiedel
Eines meiner Hobbies ist Verwirrung mit Erkenntnis stiften. Und am allerliebsten benutze ich dafür ein kleines Geschenk, welches ich auf einer Messe bekam. Es heißt „Die verflixte Schlinge“ und wird einem armen Probanden an einem seiner Hemdenknopflöcher befestigt. Er soll es dann wieder entfernen, natürlich ohne das Hemd zu zerreißen. Und ja – da wird selbst der geduldigste Mensch zum brüllenden Menschenaffen, wenn das Gehirn an seine Grenzen stößt. Dabei, so hat mal jemand Kluges gesagt, ist der Kopf doch rund, damit das Denken seine Richtung wechseln kann.
Aber ich habe jetzt auch gut reden – mein Menschenaffe kam auch zum Vorschein, als das freundliche Standpersonal die verflixte Schlinge damals an meiner Jacke befestigte. Ich war kurz davor, das Ding einfach dran zulassen und weiter zu spazieren, egal was die anderen dachten.
Nun denn – der Trick dabei ist zwar einfach, aber noch wichtiger die Erkenntnis: wenn ich an etwas herumfummele und es funktioniert nicht, dann tue ich was? Richtig: ich versuche dasselbe noch einmal. Das muss doch gehen! Und nochmal. Verdammt…jetzt geh schon! Grrrrml….jetzt…also! Wieder nix.
Wieso versuchen wir so oft Dinge, von denen wir aus Erfahrung wissen, dass sie nicht funktionieren? Rackern an etwas herum, was höchstens kaputt geht und denken nicht ein einziges Mal anders herum? Nein – wir wollen ja Recht behalten und die Macht über das nicht funktionierende Etwas.
Nun denn – heute gibt es für Sie eine Wochenaufgabe mit Beherrschungsübung: Bei allem, was Sie diese Woche versuchen und was nicht funktioniert: Lassen Sie sofort davon ab. Kein zweiter Versuch, kein daran-herumrütteln, kein Gebrüll. Und nach 10 Minuten gehen Sie damit zu jemandem, der Ihnen helfen soll. Mal schauen, wie der es angeht. Und wenn es dann auch nicht klappt, so weiter – 10 Minuten warten, nächster Helfer. Ihr Gehirn darf dabei weiterdenken.
Und dann berichten Sie mir Ihre Lösung. Ich freue mich darauf!
Herzlich, Ihre
Beatrix Schmiedel
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Beim Bau des Kölner Zoos hat man mir eine riesen Freude gemacht – die besten Tiere stehen gleich ganz am Anfang. Da wo die Kinder noch schnell weiter rennen, weil sie zu dem Löwen wollen, den Elefanten oder den Schimpansen. Ich kann in Ruhe bei den Besten von allen stehenbleiben – den Erdmännchen.
Erdmännchen sind super. Sie sind flink und doch bedacht in der Ausführung ihrer Grabungen. Sie wohnen mit ihrer ganzen Sippe beieinander – die kann man sich ja bekanntermaßen nicht aussuchen. Und trotzdem sind sie ein recht konfliktarmes Völkchen mit viel Sozialkompetenz. Das tollste aber ist, dass jeder mal Verantwortung übernehmen darf. Ruhen sich die einen aus, übernimmt ein anderer die Feindes-Observation. Aufmerksam gucken sie in die Gegend, aufrecht sitzend, die Pfötchen vor dem Bauch gekreuzt. In sich ruhend, aber keinesfalls unaufmerksam und jederzeit bereit, ihre ganze Sippschaft zu warnen und damit vor Verlusten zu schützen.
Als ich so stand, bei den Erdmännchen, musste ich an die vielen Sippen-ähnlichen Systeme denken, in denen wir alle leben. Familien, Freundeskreise, Arbeitsteams, Sportmannschaften… wir finden uns zusammen und verfolgen einen gemeinsamen Zweck. Nur das Aufpassen aufeinander funktioniert nicht mehr so gut, wir sind unaufmerksam geworden. Wir sind zwar prima darin, uns um uns selbst zu kümmern, sozusagen in Selfness zu versinken, Wellness für die eigene Seele. Aber wo bleiben die anderen, wo unser Aufpass-Instinkt?
Diese Woche ist die Erdmännchen-Woche! Machen Sie sich Ihren Erdmännchen-Plan: suchen Sie sich mindestens zwei Personen aus einer ihrer Sippen, auf die Sie diese Woche achten wollen. Wo Sie mal schauen, ob´s denen gut geht. Und die Sie warnen werden, wenn ein Feind sich anschleicht.
Sie werden sehen – Erdmännchen sein macht glücklich!
Herzlich, Ihre
Beatrix Schmiedel
In den vergangenen Tagen bin ich herum gekommen, wenn auch an wenig spektakulären Orten wie Bielefeld und Gummersbach. Aber es zählen ja weniger die Orte und mehr die Erlebnisse.
In Gummersbach traf ich am Abend nach einem Kommunikations-
training jemanden, eine sehr intelligente junge Frau, lebhaft und sprachgewandt. Sie erzählte mir von einer Umbruchsituation, in der sie sich befindet – der Weg, den sie in den letzten beiden Jahren gegangen sei, hat sich als der falsche Weg erwiesen. Und nun sei sie hier – in einer Umgebung, die ihr nichts gäbe. Ohne Herausforderung im Job und vor allem ohne Familie und ohne Freunde. Was nun unausweichlich sei, ist die Entscheidung – breche ich alle Zelte hier ab und beginne noch einmal neu, wieder an einem anderen Ort. Oder halte ich hier durch, ohne Perspek-
tive, täglich frustriert.
Wir wogen die Für und Wider dieser Entscheidung ab und es hätte noch an dem Abend eine Entscheidung gegeben, wäre da nicht das ABER gewesen. Die letzte kleine Unsicherheit, das Zögern vor dem Sprung, die alte Erfahrung, dass schon einmal etwas schief gelaufen war.
Ich habe ihr mitgegeben, dass sie sich in der kommenden Woche keinesfalls entscheiden soll. Ich weiß, das klingt paradox. Aber es lässt den Kopf entspannen, während die Denkprozesse im Unterbewussten weiterlaufen. So kommt die Entscheidung von allein und genau dann, wenn die Zeit reif ist.
Ihre Wochenaufgabe? Hier ist sie:
Überlegen Sie mal, bei welchen Entscheidungen Sie bisher immer ein „Ja, aber…“ benutzen, um sie herauszuschieben. Schreiben Sie auf, was sich ändert, wenn Sie die Entscheidung für A oder B treffen. Was passiert dann besten- und schlimmstenfalls? Und schreiben Sie auch auf, was sich NICHT ändert, wenn Sie sich entscheiden.
Und schließlich: entscheiden Sie sich diese Woche nicht!
Herzlich, Ihre
Beatrix Schmiedel
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Bildquelle: afropop.org |
Nach einem langen Tag in der Kölner U-Bahn, zwei Afrikaner steigen ein. Sie sehen sich kurz um, einer mit einem kleinen Holzkästchen unter dem Arm, und nehmen hinter mir Platz.
Kurz nachdem die Bahn losgefahren ist, perlen Harfenlaute durch den Waggon. Die ältere Dame gegenüber wippt mit den Füßen, der junge Typ an der Tür blickt erstaunt und ein wenig abweisend in Richtung der beiden Afrikaner. Ich fürchtete kurz, dass es Aggression in seinem Blick sein könnte. Der ganze Waggon lauscht der Melodie, sie ist mir völlig unbekannt und scheint keinem Muster zu folgen.
Plötzlich setzt sich der junge Typ in Bewegung und geht schnell an mir vorbei zu den Afrikanern, lässt sich laut auf einen der Sitze fallen und fragt eine Spur zu fordernd, mit hochwippendem Kinn „what´s this?“ Und während er weiter spielt, antwortet der Afrikaner ruhig lächelnd „it´s from my country, it´s for music“. Ein anderer Fahrgast fragt „what´s the name?“ und bekommt ein Lächeln und die Antwort „mbira“ – „what?“ – „mmmbirrra“ – „aah, and the song?“ – „array mbira“ – „ah, nice“. Und währenddessen zieht sich die Perlenkette von Lauten weiter durch den Waggon. Als ich aussteige, sehe ich das Instrument – ein kleiner Holzkasten mit Metallzungen, die angeschlagen mit Daumen und Zeigefinger, die harfenähnlichen Laute erzeugen.
In diesem Moment bin ich froh – über die Musik, den kurzen Einblick in etwas unbekanntes und vor allem über das Interesse der Menschen, das sie heute einem Fremden und seiner Kultur entgegen gebracht haben. Das kommt viel zu selten vor. Ich habe nachgeschaut – die Mbira ist ein tausend Jahre altes Instrument, welches vom Volk der Shona entwickelt wurde. Sie ist heute das Nationalinstrument Simbabwes, wo es eine eigene Kunstform ist, sie zu spielen. Das Spiel kann Stunden dauern und hilft dabei, sich während einer Zeremonie in Trance zu begeben.
Sie sind sicher schon gespannt auf Ihre Aufgabe. Das ist sie:
Gehen Sie in dieser Woche einmal auf etwas Fremdes, Unbekanntes, Neues zu. Das kann ein Nachbar im Haus sein, ein Musikstück (fragen Sie mal Ihre Kinder!), ein unbekanntes Essen in der Kantine oder, oder, oder… da gibt es so viele Möglichkeiten, wie die Mbira Jahre alt ist. Lassen Sie sich überraschen von dem, was dann passiert!
Herzlich, Ihre
Beatrix Schmiedel
Ich weiß, es ist schon viel geschrieben worden über Führungs-Trainings mit Hunden und Pferden. Mein Berührungspunkt ist nur das Pferd Judy, eine geduldige, etwas dicke Pferdedame, auf der ich mit ca. 12 Jahren meine ersten Voltigierversuche startete.
Unsere Liason wurde von Judys dickem Rücken beendet, dessen glattes Fell mich umgehend aus ca. 1,50m Höhe zu Fall brachte. Ich war beleidigt und voltigieren beendet. Und dann waren da noch die Hunde meiner Kindheit und Jugend, die Boxerdamen Fanny und Mascha. Beide kinderlieb und spielverrückt, aber sicher nicht prägend für meinen Führungsstil. Und dann ist da noch Biene, die Dackelin…eine 13-jährige Göttin von einem Hund, blondfellig, bequem und wunderbar.
Die wirklich wichtige Prägung erhielt ich vor einigen Monaten von Wilma – wieder eine Hundedame (das fällt mir jetzt erst auf, wo ich es schreibe) – zwanzig Kilogramm schwer, kurzbeinig. Eine englische Bulldogge und der Hund von Freunden.
Ich hatte freudestrahlend zugesagt, Wilma zu sitten, während Herrchen und Frauchen ins Theater gingen. Wilma wurde gebracht, ihre Familie verließ fluchtartig das Haus und wir waren allein, Aug´in Auge. Sie wirkte nicht besonders zufrieden. Um mich mit ihr gut zu stellen, erlaubte ich ihr zuerst einen Platz auf dem Sofa.
Sie sprang rauf, zuckelte ein paar Mal hin und her und schlief ein. Ich entspannte mich ein wenig – puh, sie schläft… doch plötzlich, mitten aus der Ruhe: sie springt auf, ihr großer Kopf auf meiner Kopfhöhe und lässt einen gehauchten „grmpf“-Beller los. Und ich begehe den Fehler des Abends: erschrecke mich mit, springe auf, zeige mein Erschrecken – und hole zur Besänftigung ein Knabberdings aus dem Carepaket ihrer Herrchen. Sie frisst erfreut und lässt sich wieder fallen.
Ab diesem Moment macht es Wilma sich zum Spaß, mich alle 20 Minuten zu erschrecken. Nach zwei Stunden bin ich dem Wahnsinn nah und Wilma auf dem Höhepunkt ihrer Macht angekommen. Ich ziehe ihr also ihr Geschirrchen an, denn wir werden jetzt Gassi gehen. Raus aus dem Haus und los – es geht viel besser, als ich dachte.
Die Erkenntnis kommt beim Pipi
Und während wir so spazieren, rede ich mit ihr. Also – wie mancher eben mit seinem Hund spricht. Jaaa, fein…na komm..nein, auf die andere Seite…pfui, nein…jaaaa wiiilma...so richtig warm werden wir allerdings nicht.
Und während sie an einer bei Hunden offensichtlich beliebten Stelle schnüffelt und ich die zwanzig Kilo Hund zu bewegen versuche, beschleicht mich langsam ein Gedanke: Mooooment mal! Was mache ich hier? Der Hund veräppelt mich!
Ich nehme also eine Metaposition ein und betrachte die Kommunikationssituation aus dem zweiten Stock des gegenüberliegenden Hauses. Meine etwas piepsige Stimme, Harmonie suchend, vorsichtig ängstlich. Und dann die Bulldogge.
Sie nicken sicher schon seit einiger Zeit. Ich habe dann auch genickt und meinen Tonfall geändert. Nix mehr mit Pieps oder Vorsicht! Ein kurzer Ruck an der Leine, ein klares „Komm“, und schon marschierten wir wieder los.
Zurück auf dem Sofa, ein letzter Versuch von Wilma, sich wieder dem Spaß zu widmen. HA – ein kurzes "Aus! Mach Platz“, dazu ein Streicheln. An mehr erinnere ich mich nicht – wir haben entspannt geschlafen.
Ihre Aufgabe können Sie sich denken, oder?
Achten Sie in den kommenden Tagen darauf, wie Sie Menschen gegenüber kommunizieren, die Sie verunsichern oder die Sie vielleicht unsympathisch finden. Was machen Sie hier anders als bei anderen? Und was ist das Gute an dieser Art der Kommunikation in diesem Moment für Sie?
Herzlich,
Ihre
Beatrix Schmiedel
Ostern – das Fest der Auferstehung – ist vorbei. Als Kind der DDR wurde ich nicht getauft und habe dadurch einen anderen Bezug als der katholische Kölner zu diesem Fest. Verstehen Sie mich nicht falsch – ich betrachte den österlichen Anlass interessiert, respektvoll und maßvoll ergriffen, der tiefe Bezug jedoch bleibt mir verwehrt.
Ein lieber Kollege wünschte mir vergangene Woche „eine ganz persönliche Auferstehung in diesem Frühling“. Welch schöner Wunsch! Ich fing direkt an zu überlegen, welche es denn sein darf und beschloss, diesen Wunsch auch Sie weiterzugeben. Doch glaube ich, dass Auferstehung– bezieht man sie auf Erfolg, auf neue Wege und Ideen – mit Mut einhergehen muss. Ohne Mut kein Fortkommen. Und damit meine ich den Mut, der Zuversicht im neuen Beginnen oder Weiterführen bedeutet.
In einem Mittelhochdeutsch-Seminar an der Universität habe ich gelernt, dass >muot< die Kraft des Denkens bedeutet. Ein Gemütszustand, der auch Courage heißt. Oder Optimismus, Tapferkeit, Mumm.
Heute unterscheidet man drei Grundformen vom Mut:
Physischen Mut, der Gefahr für den Körper birgt (Ich springe von einer hohen Klippe ins Meer und drohe mich zu verletzen.).
Moralischen Mut, der möglicherweise soziale Ausgrenzung bringt (Ich stelle mich auf die Seite eines Schwächeren und gegen mein Team, welches mich dann ausgrenzt.).
Und existenziellen Mut, der meine Persönlichkeit schädigen könnte (Ich mache mich aus einer sicheren Position selbständig und drohe zu scheitern.).
Nun denn, hier ist Ihre neue Aufgabe: Bitte schreiben Sie drei Dinge auf, für die Sie Mut benötigen. Notieren Sie daneben, was Sie bräuchten oder wissen müssten, um mehr Mut zu bekommen. Und dann sprechen Sie mit einer Person Ihres Vertrauens darüber, wie Sie an dieses Wissen oder die benötigten Dinge kommen können.
Herzlich und mutig,
Ihre
Beatrix Schmiedel
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Schauplatz: Ein Hotel in Venedig, Märzabend, nach einem Vivaldi-Konzert. Der Abend endet in der Hotelbar, die eigentlich keine ist, denn der Barkeeper fehlt. Nicht nur an diesem Abend, sondern immer.
Stattdessen gibt es einen großen geschwungenen Barwagen mit Prosecco und Wein in silbernen Kühlern, Gin und Wodka, Likören und Softdrinks. Neben den Erdnüssen und dem Eis ein kleiner Hinweis: Dies sei die Honesty Bar. Man bediene sich gerne wie zu Haus und mache es sich bitte gemütlich. Die entnommenen Getränke notiere man doch bitte mit Zimmernummer auf der ausliegenden Liste.
Ein System wie gemacht für kleine Betrügereien – möchte man meinen. Doch weit gefehlt – die Hotelgäste belohnen so viel Vertrauen mit Ehrlichkeit, notieren ihre Getränke und schenken sich die Gläser maßvoll ein. Die eigentlich fehlende Hotelbar wird so nicht zu einem Manko, sondern zu einer charmanten Einrichtung zum Wohl der Gäste, geschätzt und wertvoll, ein gemütliches Wohnzimmer wie ein Zuhause unterm Murano-Glasleuchter.
Mich hat die Honesty Bar froh gestimmt und ich möchte Ihnen das Motto „Vertrauen in die Ehrlichkeit“ mit in diese Woche geben.
Bitte achten Sie diese Woche darauf, wann Sie zu kleinen Notlügen greifen und dann halten Sie inne und fragen sich ganz ehrlich „Ist das zurückbleibende (manchmal hässliche) Gefühl nach der kleinen Unehrlichkeit die Unehrlichkeit bzw. das, was sie bringt, wirklich wert?“
Und für Fortgeschrittene: Schaffen Sie sich Ihre innere Honesty Bar. Den Ort, an dem Sie ehrlich sind zu sich selbst. Schmücken Sie sie mit Möbeln und Bildern, Gefühlen und Geschichten und machen Sie sie zu ihrem inneren Ratgeber-Ort, an den Sie sich zurückziehen können, wenn Sie einen ehrlichen Rat von sich selbst gebrauchen können.
Herzlich,
Ihre
Beatrix Schmiedel
Seit Anfang des Jahres fahre ich einmal im Monat für zwei Tage nach Bielefeld. Sie wissen schon – BIELEFELD…psssst…die Stadt, die es nicht gibt. Die Illusion, der wir alle aufsitzen. Es ist eine ganz schöne Illusion, mit einer Burg und einer schönen Altstadt. Trefflicher Kulissenbau, kann man sagen.
Bielefeld verleitet mich nun zu meinem heutigen Exkurs in die Welt der Kommunikation. Und zwar in die Welt, in der Kommunikation NICHT funktioniert.
Mancher von Ihnen hat es sicher schon einmal gehört, gelesen oder erlebt: Spicken Sie im Gespräch eine Aufforderung mit einer Verneinung, einem NICHT, können Sie sicher sein, dass es in die Hose geht.
Ein Beispiel: Eine Freundin sagt zur anderen „Hast Du schon gehört…der Peter und die Anke sollen ja…aber erzähl das bloß NICHT weiter!“ Am nächsten Tag ist der Freundeskreis informiert. Prima gelaufen. Was war passiert? Unser Gehirn mag das Wort NICHT nur ungern leiden und verweigert die Aufnahme (kleiner Check: Denken Sie jetzt nicht an einen rosa Elefanten!“) . Hätte die Freundin gesagt „Behalt das bloß für dich!“, wäre das Tratschrisiko deutlich geringer gewesen.
Und was hat das mit Bielefeld zu tun? Die Formulierung „Bielefeld gibt es nicht“. Denn es existiert – die Formulierung erweckt es in unseren Köpfen, das NICHT fällt weg und zack! Da ist Bielefeld!
Meine Wochenaufgabe für Sie ist diese: Versuchen Sie mal, NICHT-Formulierungen wegzulassen und dafür neue, stärkere, aktivere zu finden. Zum Beispiel, wenn Sie sich etwas vornehmen: „Ich fahre ab morgen mit dem Fahrrad ins Büro!“ (statt „Ich fahre nicht mit dem Bus…“).
Herzlich,
Ihre
Beatrix Schmiedel
Ich sitze im Wartezimmer eines Arztes, lese im Feinschmecker-Magazin (das Brathuhn ließ grüßen) und mein Blick schweift ab, zur Fotografie eines Gletschers an der Wartezimmerwand.
Darauf: „There is no way to happiness. Happiness is the way. The Buddha”
Ganz so happy war ich noch nicht, mein Rücken schmerzte und wartete auf chiropraktische Maßnahme – Glücksgefühl allein hätte hier nicht geholfen. Aber dennoch war mein Geist geweckt und die feinen Niedrigtemperatur-Rezepte vorerst vergessen.
Ich grübelte: Warum gibt es keinen Weg zum Glück? Ich kenne viele Leute, die einen Weg beschritten haben und heute sagen sie seien glücklicher als vorher. Gut – einen bestimmten Weg gehen und dadurch glücklich(er) werden, heißt Glück von außen zu bekommen, es über äußere Dinge wie Geld, tolle Kleidung, ein luxuriöses Auto zu definieren. Und es möglicherweise auch durch etwas da draußen wieder zu verlieren.
Buddha jedoch meinte das innere Glück, welches unabhängig von äußeren Einflüssen und Geschehnissen in uns existieren kann. Freude an einfachen Dingen, Glück über sich selbst, über Erfahrungen und sich durch nichts aus diesem Glück bringen lassen. Denn morgen ist alles schon wieder anders und äußerer Luxus vielleicht schon nichts mehr wert.
Heute habe ich deshalb eine kleine Happiness-Aufgabe für Sie:
Nehmen Sie sich einen kleinen Zettel und einen Stift und notieren Sie sich drei Gründe für inneres Glück. Dinge in Ihnen, an denen Sie sich auch dann freuen können, wenn um Sie herum die Welt explodiert.
Diesen Zettel falten Sie zusammen und legen ihn an einen Ort, an den Sie immer zurückkehren. Das kann vielleicht Ihr Portemonnaie sein oder Ihr Terminkalender. Und immer, wenn Sie glücklicher sein möchten – nehmen Sie den Zettel und begeben Sie sich in Ihre dreimal Buddha-Happiness.
Heute ganz glücklich und herzlich,
Ihre
Beatrix Schmiedel
Am vergangenen Freitag in der U-Bahn: Ein Mädchen, ca. 15 Jahre alt, brüllt in ihr Handy und lässt den ganzen Waggon an der Geschichte mit ihrem Ex-Freund und den Gefühlen, die er angeblich bei zufälligen Wiedersehen der beiden bekommt, teilhaben.
Ein junger Mann teilt seinem Gesprächspartner irgendwo auf der Welt mit, eine regelmäßige Arbeit sei etwas für Spießer und unnötig.
Eine ältere Dame bemerkt erst das Klingeln aus ihrer Tasche nicht und informiert uns dann alle, sie sei jetzt in der Bahn. Aha. Ohnehin ist die Frage "Wo bist Du?" eine Frage, die erst seit dem Handyzeitalter am Telefon gestellt wird. Vorher war man zu Haus, am Telefonschränkchen im Flur. Wo auch sonst?
Wertschätzung und Brüllen sind ein ungleiches Paar.
Heute möchte ich Sie alle bitten: Machen Sie Kommunikation wieder zu etwas privatem. Geben Sie sich und Ihren Mitmenschen Ruhe und Zeit für Gespräche, Lachen und echte Informationen. Denn Kommunikation hat auch etwas mit Wertschätzung des Gegenübers zu tun - schwierig vorzustellen, dass diese unter den Ohren von einhundert Mitfahrern richtig ankommen kann.
In diesem Sinne rufe ich sie aus, die Woche der wertschätz-
enden, privaten Kommunikation und hoffe auf Ihre Mithilfe!
Herzlich,
Beatrix Schmiedel
Kürzlich, eines Samstagmorgens, schlenderte ich über den Wochenmarkt in Köln Nippes. Am Stand des Metzgers verlangte ich - zugegebenermaßen etwas geistesabwesend, weil vom Schlendern entspannt - ein Huhn. Ich wollte es im Ofen zubereiten, mit Zitronen und in einem schönen Gemüsebett. Ich bekam mein Huhn und schlenderte weiter, ohne dem kurzen Gedanken "Mensch, das Huhn ist ja schwer" weiter Beachtung zu schenken.
Abends dann packte ich es aus, wusch und füllte es. Schnippelte Massen an Gemüse und bettete das Huhn darauf.
Dann kam der entscheidende Moment: Die Überlegung, wie lange es aushalten müsse im Ofen. An dieser Stelle beschlich mich ein erstes Gefühl davon, dass das Huhn zu groß sein könnte, um in seinem Gemüsebett so gar zu werden, dass das Gemüse noch knackig sein könnte. Aber egal - Gedanken aus - Herd an!
Es kam natürlich, wie es kommen musste - matschiges Gemüse und ein sehr knuspriges Huhn, knapp durch.
Warum ich diese Episode mit Ihnen teile?
Weil sie zeigt, dass Nachdenken in allen Lebenslagen unverzichtbar ist. Talent ist schön, ein wenig Planung kann Sie aber absichern und das Ergebnis deutlich verbessern.
Das Huhn hat mir gezeigt:
1. Drücke dich deutlich aus. Verlange explizit ein Brathuhn und kein Universalhuhn.
2. Schau dir alle Teile deines Projektes vorher an und füge sie erst zusammen, wenn du die nächsten Schritte kennst.
3. Sei mutig, deinen Plan zu ändern, wenn sich neue Erkenntnisse ergeben.
4. Sei ehrlich zu dir und deiner Umwelt - schiebe selbstverschulde-
te, schlechte Ergebnisse nicht auf das Huhn, das Gemüse oder deine Assistenz.
Beim nächsten Huhn wird alles besser - versprochen!
Herzlich,
Beatrix Schmiedel
Heute ist Rosenmontag und die Jecken ziehen in Scharen zum Kölner Zoch. Der überwiegende Teil der erwarteten eine Million Besucher wird sich herausgeputzt haben und im Kostüm an der Strecke stehen.
Zeit für eine Frage an Sie: Welches ist Ihr liebstes Kostüm? Und zwar nicht heute, sondern im Alltag? Wie geben Sie sich gern und welche Auswirkungen hat das auf Ihre Mitmenschen, Kollegen, Untergebenen und ihre Beziehung zueinander...? Sind Sie gern der befehlende König oder lieber der Clown? Die kämpferische Tigerin oder die für Zauberei zuständige Elfe?
Wechseln Sie Ihre Alltagskostüme ganz nach Anforderung oder tragen Sie eines mit Vorliebe? Was würde passieren, hätten Sie Ihr Kostüm nicht mehr zur Verfügung?
Mit einem herzlichen Kölle alaaf!
Ihre
Beatrix Schmiedel
Wann haben Sie das letzte Mal Zufriedenheit verspürt? Nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit und überlegen Sie: Womit sind Sie uneingeschränkt zufrieden? Was tut diese Zufriedenheit für Sie? Freuen Sie sich an der Zufriedenheit!
Herzlich,
Beatrix Schmiedel










